EILT! Heiraten in Deutschland oder in Marokko?
#1
EILT! Heiraten in Deutschland oder in Marokko?
 
Ich bin Deutscher und möchte meine Traumfrau, eine 25-jährige Studentin (französische Literatur) aus Kenitra heiraten. Nach gefühlt einer Million WhatsApp habe ich sie im Oktober 2019 zum ersten Mal besucht und wir beide haben die Realität dann noch besser empfunden als unsere Vorstellung ohnehin schon war. Ich bin dann noch zwei weitere Male geflogen bis uns Corona gestoppt hat. Im Dezember 2019 haben wir uns in Kenitra ganz offiziell verlobt und ich habe meinen Übertritt zum Islam kurz vorher „erledigt“.
 
Vielleicht haben wir schon manches bei den Behördenverbockt. Ich weiß es nicht. Denn die erste Idee war Au Pair, um sie möglichst unkompliziert erstmal nach Deutschland zu bekommen. War vielleicht ein Fehler, denn Au Pair Visa werden momentan gar nicht oder noch viel langsamer bearbeitet als Visa zur Eheschließung oder Familienzusammenführung. Aber Ende Oktober oder im November 2019 hat meine Freundin sich um ein Au Pair Visum beworben. Die deutsche Gastfamilie haben wir etwas später gefunden und diese hat den Au Pair Vertrag der Deutschen Botschaft in Rabat zukommen lassen.
 
Nachdem aber absehbar war, dass wir vielleicht bis zum Sanktnimmerleinstag warten müssen, hat sie Ende September 2020 einen neuen Antrag auf Eheschließung in Marokko abgegeben. Das Problem ist, dass wir jeweils keine Antragskopien haben, weil die Formalitäten immer ihre Deutschlehrerin erledigt hat.
Marokkanische Freunde haben uns geraten, in Deutschland zu heiraten, das werde zwar seltener gewählt, aber letztlich sei es wesentlich einfacher und in jedem Fall vorzuziehen. Und @Maghribi stellt ja gerade im Thread „Heirat marokko“ die gleiche Frage: warum nicht in Deutschland heiraten? Auch andere wie @Thomas Friedrich haben ja gute Kommentare gegeben.
 
Für mich/uns gibt es einfach zu viele Unklarheiten.
 
1.[font=Times New Roman]      Wird uns die Bewerbung um ein Au Pair Visum negativ ausgelegt werden? In dem Sinn: Verschleierung des eigentlichen Ausreisegrundes[/font]
2.[font=Times New Roman]      Wir haben schon sämtliche Papiere meiner marokkanischen Verlobten beigebracht und beim Standesamt in Kaufbeuren eingereicht. Auch meine Unterlagen wie Einkommensnachweis, Wohnraum etc. liegen schon beim Ausländeramt in Kaufbeuren. Es sei alles vorbildlich. Leider fehlt bei ihr immer wieder etwas. So lebt sie im Haus ihrer Großmutter mit dieser und der geschiedenen Mutter zusammen. Es gibt also kein männliches Familienoberhaupt. Neben der behördlichen Ledigkeitsbescheinigung wird von ihr zusätzlich eine notarielle eidesstattliche Erklärung des Familienoberhaupts verlangt, dass sie ledig ist. Doch wer ist das Familienoberhaupt bzw. wer kann überhaupt Familienoberhaupt sein? Muss das immer ein Mann sein? Und wenn ja, wo sollen wir den herzaubern? Nach viel hin und her hat jedenfalls die Mutter die eidesstattliche Erklärung abgegeben. Aber das marokkanische Recht kennt kein weibliches Familienoberhaupt. So hätte zumindest noch die Formulierung „Ich bin geschieden, der Vater meiner Tochter ist nicht mehr auffindbar. Es gibt auch keinen älteren Sohn. Aus diesem Grund bin ich das Familienoberhaupt“ enthalten sein müssen. So in etwa zumindest. Ob das dann anerkannt würde, weiß ich nicht. Aber vermutlich wird das Oberlandesgericht München die Papiere nun zurückweisen, da sie nicht dem marokkanischen Recht entsprechen. Und dieses muss das Oberlandesgericht berücksichtigen, erklärte mir der Standesbeamte.[/font]
 
 
Deshalb ist die Frage, ob wir nicht doch besser in Marokko heiraten. Ich habe nun meine Papiere für eine Eheschließung in Marokko fast komplett. Doch heute sagte mir der Standesbeamte, ich müsse Meldebescheinigung, Geburtsurkunde und Ehefähigkeitszeugnis nun ebenfalls legalisieren lassen und zwar von der Marokkanischen Botschaft in Deutschland. Ich suchte also im Internet die Marokkanische Botschaft. Es gibt drei. In Berlin, Düsseldorf und Frankfurt. Welche ist die richtige? Vermutlich gehen alle drei. Nun wollte ich heute Vormittag telefonisch abklären, welche die richtige ist und welche Unterlagen, wieviel Geld etc. das Konsulat braucht. Um das dann möglichst per Post zu erledigen. Aber habt ihr schon einmal versucht, ein marokkanisches Konsulat anzurufen? Ein Ding der Unmöglichkeit. Nach Stunden (!!) ohne dass jemand abgehoben hat, habe ich in Frankfurt endlich jemand an der Strippe gehabt. Verständigung extrem schwierig. Ich bräuchte die Beglaubigungsabteilung. Aber diese war nicht zu erreichen. Meine Freundin meinte dann, die Papiere könnte man in Marokko auch noch legalisieren lassen. Eine Freundin hätte das mit ihrem türkischen Verlobten in Rabat gemacht. Nun ist aber die Türkei nicht Deutschland. Angeblich war das auf der Deutschen Botschaft in Rabat. Aber dann müsste der „Türke“ ja die deutsche Staatsbürgerschaft haben. Und eine deutsche Botschaft kann wahrscheinlich keine deutschen Dokumente für Marokko legalisieren. Das kann doch nur das Königreich Marokko (vertreten durch seine Botschaft in Deutschland). Oder sehe ich das falsch?
 
Ich bin also ziemlich verzweifelt, weil ich endlich einen gangbaren Weg finden will wie wir zusammenkommen und heiraten können. Die Situation macht mich langsam aber sicher fertig. Nur wie? Das Umschwenken auf Heiraten in Marokko war ja deshalb, weil das meiner Meinung nach am schnellsten geht. Und wenn wir erstmal verheiratet sind, dann haben wir auch einen Rechtsanspruch auf Familiennachzug. Bei einem Visum für die Eheschließung in Deutschland sind wir meines Erachtens noch viel mehr vom guten Willen der Behörden abhängig. Es wäre jetzt fantastisch, wenn mir jemand den Weg sagen könnte wie es am Ende (möglichst schnell) funktioniert.
 
Zusätzlich stell ich hier mal meine Kontaktdaten rein. Denn es muss jetzt endlich mal etwas passieren. Meine Nerven sind bereits ziemlich strapaziert.
 
E-Mail: wmittner@icloud.com
Tel.: 0162-5844528


Es grüßt euch 
Wolfgang 
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#2
Auch hier gilt einmal mehr, wie immer wieder unser Herr Friedrich hier sagt...... in Marokko ist alles möglich, nur nicht schnell!
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#3
(22.01.2021, 17:38)Wolfgang schrieb: EILT! Heiraten in Deutschland oder in Marokko?
 
Ich bin Deutscher und möchte meine Traumfrau, eine 25-jährige Studentin (französische Literatur) aus Kenitra heiraten. Nach gefühlt einer Million WhatsApp habe ich sie im Oktober 2019 zum ersten Mal besucht und wir beide haben die Realität dann noch besser empfunden als unsere Vorstellung ohnehin schon war. Ich bin dann noch zwei weitere Male geflogen bis uns Corona gestoppt hat. Im Dezember 2019 haben wir uns in Kenitra ganz offiziell verlobt und ich habe meinen Übertritt zum Islam kurz vorher „erledigt“.
 
Vielleicht haben wir schon manches bei den Behördenverbockt. Ich weiß es nicht. Denn die erste Idee war Au Pair, um sie möglichst unkompliziert erstmal nach Deutschland zu bekommen. War vielleicht ein Fehler, denn Au Pair Visa werden momentan gar nicht oder noch viel langsamer bearbeitet als Visa zur Eheschließung oder Familienzusammenführung. Aber Ende Oktober oder im November 2019 hat meine Freundin sich um ein Au Pair Visum beworben. Die deutsche Gastfamilie haben wir etwas später gefunden und diese hat den Au Pair Vertrag der Deutschen Botschaft in Rabat zukommen lassen.
 
Nachdem aber absehbar war, dass wir vielleicht bis zum Sanktnimmerleinstag warten müssen, hat sie Ende September 2020 einen neuen Antrag auf Eheschließung in Marokko abgegeben. Das Problem ist, dass wir jeweils keine Antragskopien haben, weil die Formalitäten immer ihre Deutschlehrerin erledigt hat.
Marokkanische Freunde haben uns geraten, in Deutschland zu heiraten, das werde zwar seltener gewählt, aber letztlich sei es wesentlich einfacher und in jedem Fall vorzuziehen. Und @Maghribi stellt ja gerade im Thread „Heirat marokko“ die gleiche Frage: warum nicht in Deutschland heiraten? Auch andere wie @Thomas Friedrich haben ja gute Kommentare gegeben.
 
Für mich/uns gibt es einfach zu viele Unklarheiten.
 
1.[font=Times New Roman]      Wird uns die Bewerbung um ein Au Pair Visum negativ ausgelegt werden? In dem Sinn: Verschleierung des eigentlichen Ausreisegrundes[/font]
2.[font=Times New Roman]      Wir haben schon sämtliche Papiere meiner marokkanischen Verlobten beigebracht und beim Standesamt in Kaufbeuren eingereicht. Auch meine Unterlagen wie Einkommensnachweis, Wohnraum etc. liegen schon beim Ausländeramt in Kaufbeuren. Es sei alles vorbildlich. Leider fehlt bei ihr immer wieder etwas. So lebt sie im Haus ihrer Großmutter mit dieser und der geschiedenen Mutter zusammen. Es gibt also kein männliches Familienoberhaupt. Neben der behördlichen Ledigkeitsbescheinigung wird von ihr zusätzlich eine notarielle eidesstattliche Erklärung des Familienoberhaupts verlangt, dass sie ledig ist. Doch wer ist das Familienoberhaupt bzw. wer kann überhaupt Familienoberhaupt sein? Muss das immer ein Mann sein? Und wenn ja, wo sollen wir den herzaubern? Nach viel hin und her hat jedenfalls die Mutter die eidesstattliche Erklärung abgegeben. Aber das marokkanische Recht kennt kein weibliches Familienoberhaupt. So hätte zumindest noch die Formulierung „Ich bin geschieden, der Vater meiner Tochter ist nicht mehr auffindbar. Es gibt auch keinen älteren Sohn. Aus diesem Grund bin ich das Familienoberhaupt“ enthalten sein müssen. So in etwa zumindest. Ob das dann anerkannt würde, weiß ich nicht. Aber vermutlich wird das Oberlandesgericht München die Papiere nun zurückweisen, da sie nicht dem marokkanischen Recht entsprechen. Und dieses muss das Oberlandesgericht berücksichtigen, erklärte mir der Standesbeamte.[/font]
 
 
Deshalb ist die Frage, ob wir nicht doch besser in Marokko heiraten. Ich habe nun meine Papiere für eine Eheschließung in Marokko fast komplett. Doch heute sagte mir der Standesbeamte, ich müsse Meldebescheinigung, Geburtsurkunde und Ehefähigkeitszeugnis nun ebenfalls legalisieren lassen und zwar von der Marokkanischen Botschaft in Deutschland. Ich suchte also im Internet die Marokkanische Botschaft. Es gibt drei. In Berlin, Düsseldorf und Frankfurt. Welche ist die richtige? Vermutlich gehen alle drei. Nun wollte ich heute Vormittag telefonisch abklären, welche die richtige ist und welche Unterlagen, wieviel Geld etc. das Konsulat braucht. Um das dann möglichst per Post zu erledigen. Aber habt ihr schon einmal versucht, ein marokkanisches Konsulat anzurufen? Ein Ding der Unmöglichkeit. Nach Stunden (!!) ohne dass jemand abgehoben hat, habe ich in Frankfurt endlich jemand an der Strippe gehabt. Verständigung extrem schwierig. Ich bräuchte die Beglaubigungsabteilung. Aber diese war nicht zu erreichen. Meine Freundin meinte dann, die Papiere könnte man in Marokko auch noch legalisieren lassen. Eine Freundin hätte das mit ihrem türkischen Verlobten in Rabat gemacht. Nun ist aber die Türkei nicht Deutschland. Angeblich war das auf der Deutschen Botschaft in Rabat. Aber dann müsste der „Türke“ ja die deutsche Staatsbürgerschaft haben. Und eine deutsche Botschaft kann wahrscheinlich keine deutschen Dokumente für Marokko legalisieren. Das kann doch nur das Königreich Marokko (vertreten durch seine Botschaft in Deutschland). Oder sehe ich das falsch?
 
Ich bin also ziemlich verzweifelt, weil ich endlich einen gangbaren Weg finden will wie wir zusammenkommen und heiraten können. Die Situation macht mich langsam aber sicher fertig. Nur wie? Das Umschwenken auf Heiraten in Marokko war ja deshalb, weil das meiner Meinung nach am schnellsten geht. Und wenn wir erstmal verheiratet sind, dann haben wir auch einen Rechtsanspruch auf Familiennachzug. Bei einem Visum für die Eheschließung in Deutschland sind wir meines Erachtens noch viel mehr vom guten Willen der Behörden abhängig. Es wäre jetzt fantastisch, wenn mir jemand den Weg sagen könnte wie es am Ende (möglichst schnell) funktioniert.
 
Zusätzlich stell ich hier mal meine Kontaktdaten rein. Denn es muss jetzt endlich mal etwas passieren. Meine Nerven sind bereits ziemlich strapaziert.
 
E-Mail: wmittner@icloud.com
Tel.: 0162-5844528


Es grüßt euch 
Wolfgang 

Hallo Wolfgang,

erst mal keine Panik! Falls es so sein soll, werdet ihr heiraten!
Aber niemals mit Zeitdruck! 
Ich würde in Marokko heiraten und habe das auch so gemacht, ist lange her. Das genaue Prozedere kann dir jemand besser sagen, der das vor kurzem machte. Ich denke, über die Suchfunktion hier findest du jdn. 
Die notwendigen Papiere bekommst du von der deutschen Botschaft in Rabat genannt. Alles offiziell ins Arabische übersetzen lassen. 
Kennst du die Familie deiner Verlobten? Hast du dir ein klares Bild machen können? Es muss ein männlicher Verwandter / Vormund zu finden sein. 
Bist du dir im Klaren, dass von dir finanzielle Verpflichtungen erwartet werden?
Zur Legalisierung:Ich weiß nicht mehr, wo wir das gemacht haben, sorry. 
Zum marokk. Konsulat:
Fahre in das nächstgelegene. Allerdings mit Termin!

Und am Rande;
Macht euch auf eine Wartezeit gefasst, bis deine Frau dann nach D kann. Sie muss den A1-Kurs bestanden haben. 
Und zum Schluss:

Du brauchst das nötige „Klein!“geld.....und am besten Französischkenntnisse. Und GEDULD!

Viel Glück!

Ich würde übrigens hier keine persönlichen Daten offen legen.
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#4
Ergänzung:


Habe es gestern vergessen:

Ich persönlich finde, jetzt ist keine Zeit zum Heiraten, Hygieneregeln ( in Marokko schwer umzusetzen), Tests ( Kosten!), Quarantäne....
Ich persönlich würde die Impfung abwarten, zumindest unsere hier. 

Und @ au pair:

Da würde ich mir keine großen Gedanken machen. Allerdings kann da ein Anwalt besser Auskunft geben. Diese Idee fallen lassen!

Und die Marokkaner, die dir den Tipp zur Heirat in D gaben, sind einfach nicht gut informiert, sry. 
Besser hier direkt fragen...
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#5
Hallo bulbulla, vielen Dank für deine Antwort. Ich gehe auf ein paar Punkte kurz ein.

- Übersetzungen ins Arabische: das erledigen wir vorab. Ich schicke sie per E-Mail zum Übersetzen. Wenn ich ankomme, sind sie fertig

- Finanzielle Verpflichtungen: das sehe ich anders. Weil ich die Familie kenne. Im Dezember habe ich die Mutter mit eingeladen in ein Riad in Marrakesch. Wir waren dort vier Tage. Die Familie ist sehr bescheiden, der Mutter war das eher peinlich. Ich glaube, sie ist nur mitgekommen, weil ihre Tochter eine Begleitung benötigt hat. In den 15 Monaten seit meinem ersten Besuch, ich war ja dreimal bei ihr, kam nicht ein einziges Mal auch nur der geringste Wunsch nach finanzieller Unterstützung. Meine Verlobte besteht darauf, in Deutschland zu arbeiten. Um dann ihre Mutter etwas zu unterstützen. Ich kann Menschen gut beurteilen, weil ich schon ewig lang mit Menschen arbeite. Die ganze Familie ist bescheiden und charakterlich hundert Prozent in Ordnung. Das steht für mich fest. Unser größtes Problem könnte die Religion werden. Die ganze Familie ist sehr (konservativ) religiös. Ich persönlich halte aber die Kombination Mann Deutscher/Frau Marokkanerin für ä viel besser als umgekehrt. Meine Freundin hat eine (für mich) unglaublich schöne Kombination aus Weltoffenheit, Selbstbewusstsein und doch auch einer Art Respekt (ich weiß jetzt nicht genau wie ich das ausdrücken soll. Aber Unterwürfigkeit ist es jedenfalls nicht). Schwierig bis unmöglich, so jemand in Deutschland zu finden. Aber die Religion wurde eben von Männern gemacht und hat deshalb Frauen hervorgebracht wie wir Männer sie wünschen ?. Bei den Männern könnte allerdings das Gegenteil zutreffen.

- A1 hat sie schon lange, seit März 2020. Momentan macht sie einen weiterführenden Kurs.

- Unsere Konversation findet seit Beginn auf französisch statt. Französischabitur zahlt sich nun doch aus. Das „Kleingeld“ ist ebenfalls nicht unser Problem.

Ich möchte noch erwähnen, dass es in Marokko gute Facebook- oder WhatsApp-Gruppen gibt. Man bekommt dort schnell die benötigten Auskünfte. Ich hoffe nur, das stimmt alles. Gestern Abend hat der Admin einer solchen Gruppe mitgeteilt, ich könne die Leglisierungen alle problemlos in Marokko bekommen. Ich hoffe, das stimmt so.

Viele Grüße
Wolfgang
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#6
Zum letzten Beitrag von dir, bulbulla:

Ich finde auch, dass momentan keine Reisezeit ist. Ganz klar. Allerdings kann ich die Impfungen nicht abwarten. Das dauert sicher bis Sommer oder Frühherbst. In Marokko gibt es den chinesischen Impfstoff und viel mehr Impfgegner (beim chinesischen Vakzin sicher noch mehr) als bei uns. Darauf würde ich also auch nicht setzen.

Mit ihr habe ich schon fest vereinbart, dass sie 10 Tage vor Ankunft in freiwillige Quarantäne geht. Mir ist bewusst, dass sie mein größtes Risiko ist, weil ich ja alle ihre Kontakte „in mich aufnehme“. Deshalb fliege ich auch mit einigem Bauchweh. Dass es bei geglückter Hochzeit KEINERLEI Feier geben wird, ist für mich sonnenklar. Das können wir mal später nachholen.

Wolfgang
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#7
Hallo Wolfgang,

danke für deine schnelle Antwort. 
Nun, das klingt alles recht gut und reflektiert. 

Interessant deine Überlegungen zu Religion und Frauenbild sowie zur Kombi europ. Mann/ marokk. Frau bzw. umgekehrt. 
Es muss halt einfach passen wie der „Topf zum Deckel“!

Bitte verzeihe mir die direkte Ansprache des Finanziellen. Ich wollte dir nicht zu nahe treten damit. Lobenswert, dass deine Verlobte die Familie unterstützen will. MMn wird das auch (unausgesprochen!)
von dir erwartet. Ich kann mich jedoch auch täuschen!
Sicher wissen das hier einige Teilnehmer besser als ich! Vllt äußert sich noch jemand. 

Ich wünsche euch viel Glück & gutes Gelingen!

bulbulla
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#8
Gerne höre ich weitere Meinungen. Diese müssen auch vollkommen offen sein. Ich vertrage jede Meinung, die mir nicht nach dem Mund redet. Also, bitte keine Zurückhaltung.

Ich glaube schon, dass bei uns alles wie der Topf zum Deckel passt. Ihr eher mitteleuropäisches als südliches Temperament, ihre Sensibilität und manches mehr, das liegt mir einfach. Ich fühle mich in ihrer Gegenwart einfach nur wohl. Das war von der ersten Minute an der Fall. Was nicht so passt, ist der Altersunterschied. Den spüren wir jetzt zwar nicht. Aber eine Krankheit wie Corona könnte das schnell ändern. Das ist mir bewusst und deshalb würde ich unter normalen Umständen niemals diese Reise antreten. Auch die Religion ist eine Dorne an der Rose, ich bin eben gar nicht religiös. Zumindest nicht mehr. Ich kann aber ihre strengen Moralvorstellungen sehr gut nachvollziehen, weil ich als Kind über Verwandte und Mutter mal in eine strenge „chritliche“ Sekte geraten bin. Ich kenne also „kein Sex vor der Ehe“ sehr gut. Ich weiß wie sie fühlt. Und welche Konflikte selbst einfache Zärtlichkeiten wie Küssen anfangs bei ihr ausgelöst haben.

Zum Thema finanzielle Unterstützung und ob diese erwartet wird:
Die Mutter hat einen gewalttätigen Ehemann sehr schnell wieder verlassen (müssen!). Und dann die Tochter allein aufgezogen. Ihr die Universität ermöglicht. Und das als Putzkraft in einer großen Firma.
Ohne die finanzielle Unterstützung eines Vaters. Der sagte damals: „Hier hast du deine Tochter und sei zufrieden. Oder werf sie auf den Müll“. Die scharfen Putzmittel greifen nun ihre Augen an. Ich kann deshalb gut verstehen, dass meine Freundin sie auf Dauer da rausholen will. Das will sie aber unbedingt selber finanzieren. Für mich ist trotzdem klar, dass ich dieser guten und bescheidenen Frau immer helfen werde. Sie hat ja ihre Tochter auch zu dem gemacht, was ich an ihr so liebe. Ich liebe sie nicht, weil sie sehr hübsch ist. Sondern weil sie ist wie sie ist.

Übrigens sind die Erfahrungen meiner Freundin mit marokkanischen Machomännern nicht viel anders als die ihrer Mutter. Natürlich nicht so krass. Aber sie hat eben das Gegenteil von Treue erlebt. Irgendwie spürt sie scheinbar schon, dass die religiöse Erziehung bei den Männern nicht so richtig funktioniert. Mich empfindet sie als jemand, den sie so in Marokko kaum finden könnte. Ein bisschen Angst habe ich davor, dass sie hofft, mich mit der Zeit zum Glauben zu bekehren. Das will sie sicherlich. Denn den Menschen, den sie liebt, in der Hölle enden zu sehen, ist sicher eine schlimme Vorstellung für sie.
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#9
Viel Glück auf deiner Reise!

Wir wissen alle nicht, wo der Weg endet. Und vergiss nicht, du bist schon Moslem. 

Über den Altersunterschied mach dir keinen Kopf! 
Das ist hier meistens gar kein Thema mehr und in Marokko zweimal nicht. 

Nachwuchs inbegriffen...
Also Babygeschrei solltest du ertragen können!

Erneut alles Gute Like!
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#10
Neue Situation (jetzt haben wir das Dilemma):

Etwas überraschend kam vom Oberlandesgericht das O.k. für die Eheschließung in Deutschland. Vorhin rief mich der Leiter des Standesamts in Kaufbeuren an. Alle Unterlagen sind akzeptiert. Ich erhielt auf meinen Wunsch hin einen Termin zur Eheschließung für den 9.4.2021. Klingt perfekt. Jetzt komme ich aber zum Pferdefuß:

Und der ist der persönliche Vorstellungstermin meiner Verlobten bei der Deutschen Botschaft in Rabat. Wartezeit 15 Monate. Mit etwas Glück weniger. Wir haben aber eine Terminanfrage am 28.09.2020 bestätigt bekommen, allerdings für Familiennachzug/Eheschließung in Marokko. Angeblich kann das nicht (unter Anrechnung der Wartezeit) in einen Antrag auf Eheschließung in Deutschland umgewandelt werden. Dafür wäre ein neuer Antrag mit neuer Wartezeit nötig.

Ob das folgende Vorgehen erfolgversprechend wäre? Die Deutsche Botschaft in Rabat arbeitet nur nach dem Terminvergabeverfahren. Online Antrag. Dann Bestätigung des Eingangs und der Bearbeitung mit Bearbeitungsnummer. Zudem ist die Botschaft in Rabat vom 1. bis 17.2. geschlossen. Ausweichmöglichkeit ist die Außenstelle Casablanca der Deutschen Botschaft. ANGEBLICH arbeiten die auch ohne vorherige Terminvereinbarungen, zumindest was Legalisierungen angeht, soll es möglich sein, einfach hinzugehen.

Nun müssen wir für die Eheschließung in Marokko ohnehin zur Botschaft in Casablanca. WENN, JA WENN die dort wirklich unbürokratisch einen Termin zur Erteilung des Ausreisevisums zur Eheschließung in Deutschland kurzfristig vergeben würden oder von mir aus sofort das Interview durchführen, da wir nunmal schon da sind, dann wäre das die absolut perfekte Lösung für uns.

Aber es könnte gut sein, dass es gar nichts bringt und nur eine neue Wartezeit auslöst. Im schlimmsten Fall könnten sie uns sogar die Eheschließung in Marokko verwehren, so nach dem Motto „ihr wisst ja nicht, was ihr wollt“. Fakt ist aber, wir wissen das schon. Nämlich den schnellsten Weg finden, wie sie nach Deutschland kann. Nur welches Vorgehen führt dort hin?
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#11
Hallo Wolfgang,

es tut mir leid, da weiß ich keinen Rat. Aber könntest du evtl. einen Anwalt dazu befragen?
Ich glaube, @alien4 u (oder so ähnlich!) könnte evtl. eine Adresse sein. 

Viel Glück!

bulbulla

Ansonsten würde ich nach wie vor die Heirat in Marokko als „einfacher“ ansehen.
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#12
Hallo Wolfgang,

das ist eine unangenehme Situation!

Die Deutsche Botschaft in Rabat arbeitet in vielen Bereichen mehr als nur unzufriedenstellend!

Dir empfehle ich das Gleiche wie anderen auch: Beschwerde Dich beim Auswärtigen Amt in Berlin!


Wie ich hörte können von dort aus auch vorzeitige Termine vergeben werden!


Übrigens gibt es in Casablanca keine dt. Botschaft sondern ein Generalkonsulat.




Viel Erfolg!



.
Mit besten Grüßen,

Thomas



In Marokko ist alles möglich nur nichts schnell.
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#13
(04.02.2021, 11:05)Wolfgang schrieb: Neue Situation (jetzt haben wir das Dilemma):

Etwas überraschend kam vom Oberlandesgericht das O.k. für die Eheschließung in Deutschland. Vorhin rief mich der Leiter des Standesamts in Kaufbeuren an. Alle Unterlagen sind akzeptiert. Ich erhielt auf meinen Wunsch hin einen Termin zur Eheschließung für den 9.4.2021. Klingt perfekt. Jetzt komme ich aber zum Pferdefuß:

Und der ist der persönliche Vorstellungstermin meiner Verlobten bei der Deutschen Botschaft in Rabat. Wartezeit 15 Monate. Mit etwas Glück weniger. Wir haben aber eine Terminanfrage am 28.09.2020 bestätigt bekommen, allerdings für Familiennachzug/Eheschließung in Marokko. Angeblich kann das nicht (unter Anrechnung der Wartezeit) in einen Antrag auf Eheschließung in Deutschland umgewandelt werden. Dafür wäre ein neuer Antrag mit neuer Wartezeit nötig.

Ob das folgende Vorgehen erfolgversprechend wäre? Die Deutsche Botschaft in Rabat arbeitet nur nach dem Terminvergabeverfahren. Online Antrag. Dann Bestätigung des Eingangs und der Bearbeitung mit Bearbeitungsnummer. Zudem ist die Botschaft in Rabat vom 1. bis 17.2. geschlossen. Ausweichmöglichkeit ist die Außenstelle Casablanca der Deutschen Botschaft. ANGEBLICH arbeiten die auch ohne vorherige Terminvereinbarungen, zumindest was Legalisierungen angeht, soll es möglich sein, einfach hinzugehen.

Nun müssen wir für die Eheschließung in Marokko ohnehin zur Botschaft in Casablanca. WENN, JA WENN die dort wirklich unbürokratisch einen Termin zur Erteilung des Ausreisevisums zur Eheschließung in Deutschland kurzfristig vergeben würden oder von mir aus sofort das Interview durchführen, da wir nunmal schon da sind, dann wäre das die absolut perfekte Lösung für uns.

Aber es könnte gut sein, dass es gar nichts bringt und nur eine neue Wartezeit auslöst. Im schlimmsten Fall könnten sie uns sogar die Eheschließung in Marokko verwehren, so nach dem Motto „ihr wisst ja nicht, was ihr wollt“. Fakt ist aber, wir wissen das schon. Nämlich den schnellsten Weg finden, wie sie nach Deutschland kann. Nur welches Vorgehen führt dort hin?


Hallo Wolfgang,

mir fiel gerade etwas ein:

Falls du Zeit hast & im Ruhestand bist, fliege hin. Sie kann ja nicht einfach kommen. Was hältst du von der Idee, dort zuerst mal islamisch zu heiraten? Bist ja konvertiert. Das dürfte eigentlich schnell gehen. Orfi-Ehe. Dann seid ihr dort erst mal „legal“. 
Und dann kannst du vor Ort die Trauung beim Adul angehen. Bin gespannt, welches Echo jetzt kommt!
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#14
(04.02.2021, 15:56)Thomas Friedrich schrieb: Dir empfehle ich das Gleiche wie anderen auch: Beschwerde Dich beim Auswärtigen Amt in Berlin!


Wie ich hörte können von dort aus auch vorzeitige Termine vergeben werden!

.


Danke, Thomas. Das könnte eine gute Idee sein. Wenn das klappt, das wäre genial. Jetzt muss ich nur den Weg finden, dass ich schnell eine Antwort bekomme. Ich würde es über das Kontaktformular des Auswärtigen Amtes versuchen.

Gruß 
Wolfgang
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#15
Hallo Wolfgang,

mir fiel gerade etwas ein:

Falls du Zeit hast & im Ruhestand bist, fliege hin. Sie kann ja nicht einfach kommen. Was hältst du von der Idee, dort zuerst mal islamisch zu heiraten? Bist ja konvertiert. Das dürfte eigentlich schnell gehen. Orfi-Ehe. Dann seid ihr dort erst mal „legal“. 
Und dann kannst du vor Ort die Trauung beim Adul angehen. Bin gespannt, welches Echo jetzt kommt!



Hallo Bulbulla,

im Ruhestand bin ich leider oder Gott sei Dank nicht ? Eher im Stress, wie das halt so ist mit einem (kleinen) Geschäft. Aber das bedeutet andererseits auch Flexibilität. Ich kann also jederzeit weg. Solange meine Bürokraft das mitspielt. Ich bespreche das mit ihr. Wenn der von Thomas vorgeschlagene Weg über das Auswärtige Amt Erfolg hätte, dann wäre das natürlich optimal. Ich mache das gleich, bin mir aber bewusst, dass ich damit spät dran bin. Weil ich am 13.2. fliege.

Viele Grüße und danke auch für deine Bemühungen 
Wolfgang
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#16
Hallo Wolfgang,

sehr gerne! Sorry, dass ich dich quasi älter gemacht habe....Die Omi hier bin ja ich Wink.
Aber toll, dass du flexibel bist. Drück dir / euch weiterhin fest die Daumen....

Halte uns auf dem Laufenden. 

bulbulla
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#17
@bulbulla
Von der Orfi-Ehe hält meine Freundin leider gar nichts. Sei eher in Ägypten verbreitet. Sie will den ordentlichen und offiziellen Weg über den Adoul. Auch ihre Mutter sei in diesem Punkt genau der gleichen Meinung. Dies nur zu deiner Information. Aber es ist wirklich sehr nett wie du dich bemühst, zu helfen.
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#18
Hallo Wolfgang,
Es ist so wie Deine Freundin sagt: die Orfi Ehe ist populär in Ägypten, in Marokko habe ich noch nicht davon gehört.
In der Regel dient sie dazu, daß ein verheirateter Mann mit einer Geliebten die Orfi Ehe eingeht, um mit ihr ein paar "schöne Tage" zu verbringen. So können sie auch ein Hotelzimmer zusammen nehmen. Haben sie ihren "Spaß" beendet, trennen sie sich wieder.



In der ägyptischen Gesellschaft gilt diese Art der Eheschließung als nicht ehrenwert und wird umgangssprachlich mit Hurerei gleichgesetzt. Der Grund hierfür ist,:
  • 1. dass eine solche Eheschließung geheim eingegangen wird, ohne Zustimmung der Familien. Auch durch die Anwesenheit eines Rechtsanwaltes und beigebrachter Zeugen wird eine Orfi-Eheschließung nicht öffentlich und nicht legalisiert. Die Gesellschaft und auch die Gesetzgebung akzeptieren dies als „legale Hurerei“, was bedeutet, dass eine erwachsene Frau, die keine Jungfrau mehr ist, nicht das Stigma einer Hure erhält, da sie kein Geld für sexuelle Leistungen annimmt.

  • 2. Frauen, die keine Jungfrauen mehr sind, nutzen diese Art der Eheschließung, um zukünftigen Partnern belegen zu können, dass sie verheiratet waren und keine „Hure“ gewesen sind.

  • 3. Wenige verarmte Frauen akzeptieren die Orfi-Eheschließung, da die legale Eheschließung aufgrund der Zahlung einer Morgengabe, Einrichtung einer ehelichen Wohnung etc. für den zukünftigen Ehemann zu teuer ist und sie zustimmt zu warten, bis sie gemeinsam genug Geld gespart haben, um eine ehrenhafte, legale Ehe einzugehen.

Quelle:    http://www.mein-aegypten.com/node/79

Jetzt verstehst Du sicher weshalb Deine Freundin und ihre Mutter absolut nichts davon halten.

LG, Theo
Bevor Du Dein Kamel dem Schutz Allahs anvertraust, binde es gut fest.
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#19
Ja Theo. Absolut.
Ihre Reaktion war dieser Kotzsmilie.

Jetzt weiß ich natürlich warum.

Wolfgang
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#20
(05.02.2021, 11:50)Wolfgang schrieb: @bulbulla
Von der Orfi-Ehe hält meine Freundin leider gar nichts. Sei eher in Ägypten verbreitet. Sie will den ordentlichen und offiziellen Weg über den Adoul. Auch ihre Mutter sei in diesem Punkt genau der gleichen Meinung. Dies nur zu deiner Information. Aber es ist wirklich sehr nett wie du dich bemühst, zu helfen.

Hallo Wolfgang,

ja, deine Verlobte hat recht! UNBEDINGT die staatliche Eheschließung beim Adoulen erledigen. Nur diese bildet rechtlich belastbare Grundlagen! Meine Idee galt nur quasi als „Vorstufe“, bis ihr es dann geschafft habt. Sie würde sozusagen die halal-Grundlage für den nächsten Schritt darstellen. Ich dränge bei „unseren Mädels“ in der Familie auch IMMER auf den „acte“ beim Adoulen. Gehe manchmal mit als Zeugin.
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