Hausverkauf in Marokko
#1
Hallo zusammen,

ich bin neu hier auf diesem Portal und weiß nicht, ob meine Frage hier den richtigen Empfänger findet. Wir plane eventuell unser Haus in Marokko zu verkaufen (läuft auf unseren Namen) und bräuchte ein paar Tips um den Fallen, für "gutgläubige" zu entgehen. Wir haben beide die deutsche Staatsbürgerschaft, aber auch die marokkanische Carte d'identité. 

Was uns natürlich brennend interessiert ist der Punkt, können wir den erhaltenen Erlös vom Verkauf nach Deutschland transferieren? Es würde ja bedeuten, dass wir Devisen ausführen. 

Welche Dokumente müssen wir vorliegen haben? 
wer von der Administration ist noch zu involvieren, ausser einem Notar? 
Welcher Ärger könnte uns ins Haus stehen, weil wir aus Unkenntnis, Regularien nicht beachtet haben?

Ich danke schon einmal allen im Voraus für Tipps, eventuelle Fallen und andere wertvolle Informationen.

Shukran et à bientôt

Touria
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#2
Hallo, 
ein sehr schwieriges Thema und alles aufeinmal mitnehmen oder gar überweisen ist sehr schwer. Dazu müsste man einen Antrag stellen, warten bis der Antrag genehmigt wird und gerade in solchen Fällen wird das nicht sehr schnell bearbeitet. Per Überweisung ist das beim Office des Changes anzumelden und beim mitnahme in Bargeld ist das vorher beim Zoll anzumelden, mindestens 30 Tage vorher.
MfG

Marco Wensauer
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#3
Rechtlich erlaubt auszuführen ist ein Viertel der Kaufsumme pro Jahr.
Du musst nicht immer alles glauben was du denkst.
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#4
(05.10.2023, 20:08)Marc99 schrieb: Hallo, 
ein sehr schwieriges Thema und alles aufeinmal mitnehmen oder gar überweisen ist sehr schwer. Dazu müsste man einen Antrag stellen, warten bis der Antrag genehmigt wird und gerade in solchen Fällen wird das nicht sehr schnell bearbeitet. Per Überweisung ist das beim Office des Changes anzumelden und beim mitnahme in Bargeld ist das vorher beim Zoll anzumelden, mindestens 30 Tage vorher.

Hallo Marc,
danke für deine Empfehlung, ich habe mich auch schon im Vorfeld über die Summen informiert max 10.000€ Bargeld und max 12500€ Banktransfer und pro Quartal 50000€. Sprichst Du aus Erfahrung? Wo kann ich mich informieren, welche Gebührensätze in Marokko definiert sind für den Notar, Staat (glaube 20% vom Zugewinn) usw. In Deutschland ist ja alles reglementiert in Marokko sicherlich auch, aber nicht so strikt wie in Deutschland. Wiki-Google ist nicht immer hilfreich bei dieser Geschichte Wink

Gruß

Touria
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#5
(06.10.2023, 08:32)Keela schrieb: Rechtlich erlaubt auszuführen ist ein Viertel der Kaufsumme pro Jahr.

Hallo Keela,

danke vorab für die Antwort, ist das internationales Recht, marokkanisches Recht oder Deutsches? Steht das irgendwo geschrieben oder sind das Erfahrungswerte ?

Gruß

Touria
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#6
(05.10.2023, 13:38)Touria schrieb: Hallo zusammen,

ich bin neu hier auf diesem Portal und weiß nicht, ob meine Frage hier den richtigen Empfänger findet. Wir plane eventuell unser Haus in Marokko zu verkaufen (läuft auf unseren Namen) und bräuchte ein paar Tips um den Fallen, für "gutgläubige" zu entgehen. Wir haben beide die deutsche Staatsbürgerschaft, aber auch die marokkanische Carte d'identité. 

Was uns natürlich brennend interessiert ist der Punkt, können wir den erhaltenen Erlös vom Verkauf nach Deutschland transferieren? Es würde ja bedeuten, dass wir Devisen ausführen. 

Welche Dokumente müssen wir vorliegen haben? 
wer von der Administration ist noch zu involvieren, ausser einem Notar? 
Welcher Ärger könnte uns ins Haus stehen, weil wir aus Unkenntnis, Regularien nicht beachtet haben?

Ich danke schon einmal allen im Voraus für Tipps, eventuelle Fallen und andere wertvolle Informationen.

Shukran et à bientôt

Touria
Zu diesem komplexen Thema gibt es hier einige Informationen:

https://www.marrakechrealty.com/peut-on-...-au-maroc/

Am einfachsten geht das, wenn das Haus mit Devisen (konvertible Dirham) gekauft worden ist. Die Summe muss von einem Konto in Marokko abgeflossen sein. Wie man das nachweist, ist auch mir nicht klar. Vermutlich durch Überweisungsbelege/Kontoauszüge. Ausserdem muss der Kauf beim Office de Change registriert worden sein. Allerdings wurde mir dort nach dem Kauf unserer Wohnung in Rabat gesagt, dass die Registrierung nicht mehr nötig sei - ich war persönlich da und habe das sogar schriftlich bekommen.

Falls der Kaufpreis in normalen DH bezahlt wurde, muss der Verkaufserlös auf ein Sperrkonto gezahlt werden und kann dann in Tranchen zu 25% pro Jahr  zurückübertragen werden. Allerdings geht das nur für Ausländer, für Marokkaner ist es deutlich schwieriger oder ganz unmöglich. Da Du schreibst, dass Ihr beide die carte d'identité habt, werdet ihr in Marokko als marokkanische Staatsbürger behandelt, ein zusätzlicher deutscher Pass ist irrelevant.

Gruß

Mike
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#7
(06.10.2023, 10:43)Mike schrieb:
(05.10.2023, 13:38)Touria schrieb: Hallo zusammen,

ich bin neu hier auf diesem Portal und weiß nicht, ob meine Frage hier den richtigen Empfänger findet. Wir plane eventuell unser Haus in Marokko zu verkaufen (läuft auf unseren Namen) und bräuchte ein paar Tips um den Fallen, für "gutgläubige" zu entgehen. Wir haben beide die deutsche Staatsbürgerschaft, aber auch die marokkanische Carte d'identité. 

Was uns natürlich brennend interessiert ist der Punkt, können wir den erhaltenen Erlös vom Verkauf nach Deutschland transferieren? Es würde ja bedeuten, dass wir Devisen ausführen. 

Welche Dokumente müssen wir vorliegen haben? 
wer von der Administration ist noch zu involvieren, ausser einem Notar? 
Welcher Ärger könnte uns ins Haus stehen, weil wir aus Unkenntnis, Regularien nicht beachtet haben?

Ich danke schon einmal allen im Voraus für Tipps, eventuelle Fallen und andere wertvolle Informationen.

Shukran et à bientôt

Touria
Zu diesem komplexen Thema gibt es hier einige Informationen:

https://www.marrakechrealty.com/peut-on-...-au-maroc/

Am einfachsten geht das, wenn das Haus mit Devisen (konvertible Dirham) gekauft worden ist. Die Summe muss von einem Konto in Marokko abgeflossen sein. Wie man das nachweist, ist auch mir nicht klar. Vermutlich durch Überweisungsbelege/Kontoauszüge. Ausserdem muss der Kauf beim Office de Change registriert worden sein. Allerdings wurde mir dort nach dem Kauf unserer Wohnung in Rabat gesagt, dass die Registrierung nicht mehr nötig sei - ich war persönlich da und habe das sogar schriftlich bekommen.

Falls der Kaufpreis in normalen DH bezahlt wurde, muss der Verkaufserlös auf ein Sperrkonto gezahlt werden und kann dann in Tranchen zu 25% pro Jahr  zurückübertragen werden. Allerdings geht das nur für Ausländer, für Marokkaner ist es deutlich schwieriger oder ganz unmöglich. Da Du schreibst, dass Ihr beide die carte d'identité habt, werdet ihr in Marokko als marokkanische Staatsbürger behandelt, ein zusätzlicher deutscher Pass ist irrelevant.

Gruß

Mike

Hallo Mike,

der link ist wirklich klasse, danke dafür. Kleines B-Moll, ich habe die carte d'identité, damit ich nicht "3h" bei der Einreise den netten Beamten erklären muss, das ich deutsche Staatsbürgerin bin, hat nie geholfen, da sie zielsicher meinen Vater aus dem System gefischt haben. Ist das ausschlaggebend, ich lebe ja nicht in Marokko, mein Lebensmittelpunkt ist Deutschland. Wenn ich das mal grob zusammenfasse, dann kann ich verkaufen, aber das Geld bleibt im Land und ich kann neu investieren  Smile.

Gruß

Touria 
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#8
Touria,
das ist das, was mir der Notar bei meinem Verkauf so gesagt hat.
Du musst nicht immer alles glauben was du denkst.
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#9
Ich habe im Jahr 2000 meine ETW in Agadir gekauft. Der Notar hatte zunächst "vergessen", im Kaufvertrag anzugeben, daß die Wohnung nicht mit DH bezahlt wurde. Ich hatte den Kaufpreis von meinem deutschen Konto auf mein marokkanisches Konto überwiesen und dann mit Scheck bezahlt. 

Der Notar hatte mir damals gesagt, dass diese Angabe im Kaufvertrag wichtig sei, wenn man die Wohnung später verkaufen will und den Gegenwert ins Ausland (Deutschland) überweisen will.
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#10
(07.10.2023, 10:52)jurudo schrieb: Ich habe im Jahr 2000 meine ETW in Agadir gekauft. Der Notar hatte zunächst "vergessen", im Kaufvertrag anzugeben, daß die Wohnung nicht mit DH bezahlt wurde. Ich hatte den Kaufpreis von meinem deutschen Konto auf mein marokkanisches Konto überwiesen und dann mit Scheck bezahlt. 

Der Notar hatte mir damals gesagt, dass diese Angabe im Kaufvertrag wichtig sei, wenn man die Wohnung später verkaufen will und den Gegenwert ins Ausland (Deutschland) überweisen will.

Hallo Jurudo,

ist das immer so, muss man es vermerken lassen vom Notar, gut in Deinem Fall hatte er es "vergessen", aber hast Du diese Angabe nachtragen lassen, sofort oder später? Du sprichst hier vom Gegenwert, dass heisst für mich, wenn man mit Gewinn verkauft, dann bleibt der Zugewinn in jedem Fall in Marokko, es kann nur der Wert in Devisen ausgeführt werden, der dem Wert entspricht, den beim Kauf damals bezahlt hat? Sorry, wenn ich so viel Frage, aber ich versuche mich auf alle Eventualitäten vorzubereiten, da in Marokko doch oft die tollsten Geschichten erzählt werden  Rolleyes.

Gruß

Touria
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#11
Hallo Touria,

Du könntest den Erlös in privaten Wechselbüros in Euro wechseln und dann, nie mehr als 10.000,00 €uro pro Person, in Etappen mit nach Deutschland nehmen.




.
Mit besten Grüßen aus Errachidia,

Thomas



In Marokko ist alles möglich nur nichts schnell.
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#12
(07.10.2023, 15:51)Thomas Friedrich schrieb: Hallo Touria,

Du könntest den Erlös in privaten Wechselbüros in Euro wechseln und dann, nie mehr als 10.000,00 €uro pro Person, in Etappen mit nach Deutschland nehmen.

Gibt es denn Wechselstuben, die legal Dirham in € wechseln? Normalerweise ist das nur möglich, wenn man belegn kann, dass die DH zuvor aus Devisen eingetauscht wurden.

Ich habe aber noch mal nachgeschaut, wenn Du in Deutschland Deinen Wohnsitz hast (MRE), gilt das Gleiche wie für Ausländer, Du kannst also den Verkaufserlös wieder aus dem Land ausführen:

https://www.barnes-marrakech.com/fr/2022...39-923-267

Ideal wäre ein Steuerberater, leider kenne ich keinen in Marokko. Hast Du ein Konto dort? Vielleicht kannst Du mal bei Deiner Bank nachfragen, wie man den Transfer technisch abwickelt.
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#13
@Mike


Zitat:Gibt es denn Wechselstuben, die legal Dirham in € wechseln? Normalerweise ist das nur möglich, wenn man belegn kann, dass die DH zuvor aus Devisen eingetauscht wurden.


Eigentlich tauscht jede private Wechselstube Dirham ohne Beleg in Euro.
Ich weiss jedoch nicht bis zu welcher Höhe.
Kleinere Summen sind auf jeden Fall möglich.

Banken hingegen verlangen Umtauschquittungen von Euro in Dirham.


-
Mit besten Grüßen aus Errachidia,

Thomas



In Marokko ist alles möglich nur nichts schnell.
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#14
Zitat: da in Marokko doch oft die tollsten Geschichten erzählt werden

Hallo, 
ja das ist absolut richtig, Marokko erzählt viele Geschichten jeden Tag. Solange man nicht Akteur in diesen Geschichten kann man nur schmunzeln. 

Nun ja das liegt daran das die Beamten in Marokko nur ein Gesetz kennen und das ist folgendes: "Ich habe ein recht auf Bakschisch!" bei den vielen anderen Gesetzen, kennt man sich dagegen nicht so aus. Das ist und bleibt auch so, oft werden unnötig irgendwelche Dokumente verlangt die letztendlich in der Mülltonne landen. 

Witzige Funfakt 90% der Beamten heissen wenn überhaupt ein Name genannt wird: Mohammed Alaoui
MfG

Marco Wensauer
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#15
(07.10.2023, 21:17)Mike schrieb: Gibt es denn Wechselstuben, die legal Dirham in € wechseln? Normalerweise ist das nur möglich, wenn man belegn kann, dass die DH zuvor aus Devisen eingetauscht wurden.

Hallo, 
legal nicht, aber es gibt genügend Wechselstuben die auch höhere Summen nach vorheriger Absprache von Dirham in Euro wechseln. 

Es kann aber bei der Ausreise zu Problemen kommen, auch wenn es 10000 Euro sind, da wird dann beim Zoll am Flughafen nach einen Herkunftsnachweis verlangt. Die Grenze ohne Herkunftsnachweis liegt irgendwo zwischen 1500 und 2500 €.
MfG

Marco Wensauer
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#16
Max. 10.000,00 €uro dürfen ohne zu deklarieren eingeführt werden.

Dementsprechend dürfte die gleiche Summe auch ohne einen Herkunftsnachweis auszuführen sein.
Ggf. kann man sich darauf berufen diese Summe mitgebracht und nicht ausgegeben zu haben.




.
.
Mit besten Grüßen aus Errachidia,

Thomas



In Marokko ist alles möglich nur nichts schnell.
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#17
(08.10.2023, 12:52)Thomas Friedrich schrieb: Max. 10.000,00 €uro dürfen ohne zu deklarieren eingeführt werden.

Dementsprechend dürfte die gleiche Summe auch ohne einen Herkunftsnachweis auszuführen sein.
Ggf. kann man sich darauf berufen diese Summe mitgebracht und nicht ausgegeben zu haben.

Hallo Thomas, 
strenggenommen ist der Gegenwert von 100.000,00 Dirham. 
Dementsprechend dürfte... die Theorie besagt das ein Ausländern der mit 10000 Euro eingereist ist und dann wieder mit der selben Summe abreist, verdächtig ist. 2022 wurden einige Gesetze geändert um den Abfluss von Devisen zu erschweren und das Finanzamt zieht die Schrauben an. Für Marokkaner gilt nicht mehr als 40.000,00 Dirham im Jahr, zumindest auf dem Papier.
MfG

Marco Wensauer
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#18
Wenn man/frau mit undeklarierten 10'000 Euro einreist und dann wieder damit ausreist, werden Zöllner fragen, von was du dann in Marokko gelebt hast....
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#19
Von Geldabhebungen mit der Visakarte.


Kontenauszüge können das ggf. belegen.


Davon abgesehen muss man den Zöllnern auch gar nicht sagen, dass man 10.000,00 Euro dabei hat weil es nicht deklarationspflichtig ist und Leibesvisiten nach Geld gibt es nicht.




.
Mit besten Grüßen aus Errachidia,

Thomas



In Marokko ist alles möglich nur nichts schnell.
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#20
Mich fragen die Zollbeamten bei der Ausreise in AGA immer(!) wie viel Geld - Dh und Devisen - ich dabei habe.
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