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Heute mal wieder eine Buchvorstellung

   

MOGADOR 

Eigentlich gehöre ich als Legastheniker und an ADHS-Spätfolgen Leidender nicht gerade zu den Menschen, die gerne und viel lesen und auch noch darüber schreiben. Wer weiss vielleicht ein nachträgliches Aufarbeiten verpasster Jahre?

Der bei rororo 2018 erschienen Roman von Martin Mosebach, Mogador, gehört sicherlich nicht gerade zur leichten Kost für Menschen meines Schlages. Mosebach schreibt sehr ausführlich und in einem fast prunkvollen Stil, nicht jedermanns Sache, aber es zwingt zur Aufmerksamkeit beim Lesen.
Das führt mit der Zeit dazu, dass man, fast wie im Kino, filmgefangen, zum Weiterlesen gezwungen wird. Die Spannung fällt keinen Moment ab.
Die Story ist zeitgemäss, ein Bankenskandal, Schwarzgeld, international nicht nachvollziehbare Verbindungen, Steuervermeidungspraktiken, Selbstmord. Da die Polizei bereits davon weiss, mutiert der Roman zum Krimi.
Der Protagonist gibt alles auf und flieht. Die perfekte Ehefrau, der erfolgreiche Job, alles wird getauscht mit einer Flucht nach Marokko, nach Mogador ins eigentlich pittoresk-touristische Essaouira, das aber im Roman ganz anders beleuchtet wird. Unheimlich, superstiziös, fast brutal ist die zweite Welt hinter dem Spiegel dort, in der Verstecken gesucht wird. Aber gut beobachtet, denn in Marokko ist eben tatsächlich nicht alles nur die 1000 und eine Nacht Inszenierung, die wir als Durchreisende zu lieben auserkoren haben.
Alles scheint von dem einen Mann abzuhängen, der in Marokko korrupt verstrickt lebt und von dort international die Fäden zieht. Er, Monsieur Peireira, bildet das Spinnennetz das zerreisst und Patrick Elff schliesslich wieder nach Düsseldorf zurückkehren lässt.

Es ist tatsächlich Mosebachs Gipfel deutscher Erzählkunst, die unnachahmliche Eleganz …, zitiert die FAZ, die alles zusammen hält und begeistert.
Ich meine es ist eher eine Lektüre für lange Abende, denn an den Strand in der Sonne. 

28.10.2018
Das Glück begreifen, dass der Boden auf dem du stehst, nicht größer sein kann, als die zwei Füße, die ihn bedecken.
F. Kafka   


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#Bücher#Bücher#Bücher# - von whatshername61 - 12.07.2018, 21:20
RE: #Bücher#Bücher#Bücher# - von Markus/Omar - 16.07.2018, 10:57
RE: #Bücher#Bücher#Bücher# - von Markus/Omar - 26.08.2018, 15:37
RE: #Bücher#Bücher#Bücher# - von Markus/Omar - 22.07.2018, 18:11
RE: #Bücher#Bücher#Bücher# - von 21merlina - 27.08.2018, 16:34
RE: #Bücher#Bücher#Bücher# - von Markus/Omar - 28.10.2018, 11:33

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