Drama in Mexiko: Marokko bezwingt die Niederlande im Elfmeter-Krimi
Was für ein Fußball-Aend im Monterrey Stadium von Guadalupe! In einem hochemotionalen und hochklassigen Sechzehntelfinale der FIFA Weltmeisterschaft 2026 haben sich die „
Lions of the Atlas“ aus Marokko mit 3:2 im Elfmeterschießen gegen die Niederlande durchgesetzt. Nach regulärer Spielzeit und Verlängerung hatte es 1:1 gestanden.
Taktisch geprägte erste Hälfte mit ersten Nadelstichen
Die Elftal übernahm in der Anfangsphase zwar die Initiative, doch die gefährlicheren Akzente setzte Marokko. Bereits nach 20 Minuten musste Hollands Keeper Bart Verbruggen sein ganzes Können aufbieten, um einen wuchtigen Kopfball von Neil El Aynaoui nach einer Ecke von Achraf Hakimi spektakulär zu parieren. Kurz vor dem Pausenpfiff verpasste Ismael Saibari eine scharfe Hereingabe nur um Haaresbreite.
Nach dem Seitenwechsel drückte Marokko weiter: Kapitän Hakimi marschierte die rechte Außenbahn entlang und traf mit einem strammen Schuss nur den Pfosten. Die Niederlande wankten, fingen sich jedoch durch strategische Wechsel von Bondscoach Ronald Koeman, der Wout Weghorst und Teun Koopmeiners in die Partie brachte.
Emotionen pur und ein Schock in der Nachspielzeit
In der 72. Minute schien das Pendel zugunsten der Europäer auszuschlagen. Nach einer perfekten Vorlage von Crysencio Summerville blieb Cody Gakpo eiskalt und schob den Ball unter Yassine Bounou hindurch zur 1:0-Führung ein. Es folgte ein Moment purer Gänsehaut: Gakpo brach auf dem Rasen in Tränen aus und wurde von der gesamten Mannschaft belagert. Der Stürmer hatte erst vor zwei Tagen den tragischen Verlust seines ungeborenen Sohnes öffentlich gemacht.
Die Niederlande wähnten sich bereits im Achtelfinale, doch Marokko gab nicht auf. In der 91. Minute schlug der eingewechselte Chemsdine Talbi eine präzise Flanke in den Strafraum. Der ebenfalls eingewechselte Verteidiger Issa Diop stieg am höchsten und wuchtete den Ball zum umjubelten 1:1-Ausgleich in die Maschen.
Bounou wird im Elfmeterschießen zum Helden
Die fällige Verlängerung bot viel Kampf, aber wenig zwingende Torchancen – die beste Gelegenheit vereitelte Verbruggen kurz vor dem Ende der 120 Minuten gegen Soufiane Rahimi.
Im anschließenden Nervenkrimi vom Punkt behielten die Marokkaner die Oberhand. Beide Teams zeigten Nerven und vergaben jeweils zwei Strafstöße. Den entscheidenden Vorteil sicherte Marokkos Torhüter-Ikone Yassine Bounou, der den Versuch von Crysencio Summerville parierte. Den Schlusspunkt setzte schließlich Ismael Saibari, der den entscheidenden Elfmeter zum 3:2-Endstand verwandelte und den marokkanischen Anhang in Ekstase versetzte.
Marokko steht damit im Achtelfinale der Weltmeisterschaft und trifft dort am Samstag, den 4. Juli, im NRG Stadium von Houston auf den Co-Gastgeber Kanada.